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Gigantomanie ist ansteckend

«Autotunnel völlig unrealistisch», 6.10.2010

Die in den letzten Monaten von Stadt- und Verkehrsplanern und engagierten Quartiervereinen geführte Diskussion über die Durchmesserlinie und den Ruckhalde-Tunnel der Appenzeller Bahnen bestätigt wieder einmal: Gigantomanie ist ansteckend.

Offensichtlich orientieren sich die Visionäre an missglückten Beispielen wie Barcelona oder anderen Grossstädten, wo der Verkehr nicht mehr nur in Stosszeiten kollabiert. Dafür haben Fussgänger und Velofahrer uneingeschränkten Vortritt.

 Bus statt Bahn ist ebenfalls keine taugliche Alternative, weil damit die untere Teufener Strasse noch mehr belastet würde. Die Appenzeller Bahn gehört zu St. Gallen wie das Tram zu Zürich.

Warum denken die Verantwortlichen nicht über ökonomisch verträglichere Lösungen zur Entflechtung von Individual- und öffentlichem Verkehr nach? Beispielsweise wäre eine Tieferlegung der Teufener Strasse zwischen Hochwachtstrasse und Liebegg mit einem (halb-) unterirdischen Kreisel auf Höhe der Demutstrasse denkbar. Das Riethüsli könnte vom Durchgangsverkehr entlastet und als Wohnquartier aufgewertet werden, ohne dass die Anbindung an die Stadt zu leiden hätte. Die hässliche und für Gehbehinderte unüberwindliche Fussgängerüberführung würde ebenfalls überflüssig.

Mit einer besseren Abstimmung der Lichtsignalanlagen auf der Achse Teufener, Ober-, Geltenwilen-, und St. Leonhard-Strasse könnte mit minimalen Mitteln ein besserer Verkehrsfluss erreicht werden. Dies gilt natürlich auch für die Rorschacher Strasse und die Langgasse.

Last but not least ist es für mich unverständlich, dass laufend in der Innenstadt Parkplätze unter die Erde verlegt werden. Die Suche nach Kurzzeitparkplätzen wird unnötig angeheizt und stört somit den öffentlichen und den Langsamverkehr. Der Gang zur Hauptpost wird mit der versprochenen Parkgarage Fachhochschule zum Wandertag.

Hanns-Ulrich Ilg Postfach 158 9012 St. Gallen

Weichen falsch gestellt?

«Teufen will keine Bahn mehr», 9.10.2010

Es könnte Sinn machen, zwischen St. Gallen HB und Riethüsli einen Bahntunnel zu bauen, wenn die Appenzeller Bahn dadurch zu einem attraktiven Verkehrsmittel würde. Leider weist der Bahnbetrieb auch mit einem Tunnel entscheidende Mängel auf, zum Beispiel zu wenig Haltestellen trotz langer Fahrzeit, keine Nutzung der Umfahrung Teufen für Schnellkurse, keine Erschliessung von Quartieren in Appenzell ausserhalb des Bahnhofbereichs.

Es ist mehr als störend, wenn die Bahn vor der Haustüre vorbeifährt, die nächste Haltestelle aber 500 m weit entfernt ist. Es sind Ansprüche, welche ein Busbetrieb auf einfache Art erfüllen könnte.

Die AB hat die Vorteile der Strasse selber erkannt. Sie setzt nach 21 Uhr zwischen Appenzell und St. Gallen anstelle der Züge einen Bus ein. Er befährt die Strecke in 32 Minuten. Die Bahn braucht 42, nach Inbetriebnahme des Tunnels 40 Minuten. Schwer verständlich, dass neue Kreuzungsstellen und ein Tunnel für fast 100 Millionen Franken nötig sind, um den Rückstand der Bahn auf den Bus zu reduzieren.

Nun ist die Politik gefragt. Es ist ein schlecht inszeniertes Theaterstück, wenn die öV-Erschliessung in einer Auseinandersetzung zwischen AB und Einwohnern von Teufen oder dem Quartierverein Riethüsli entschieden wird. Es wird Zeit, ein Buskonzept zu erstellen, das mit dem Tunnelbetrieb der Bahn zu vergleichen ist nach allen relevanten Kriterien, wie Kundennutzen, Kosten, Realisierungsdauer und so weiter.

Es wäre ein Schildbürgerstreich, mit einem Bahntunnel für 100 Mio. einen Busbetrieb zu verhindern, der Mehrwert bringt, billiger und rasch realisierbar ist.

Karl Koster Bernhardswiesstrasse 11 9014 St. Gallen

Glosse in der Appenzeller Zeitung

Der Bau-Unordnung sei Dank!

Wegen Gleisarbeiten verkehren diese Woche zwischen Teufen und St. Gallen rot-weiss-schwarze Busse anstelle der roten Appenzeller Bahn. Das, so vermuten viele Pendler, ist nicht primär bautechnische Notwendigkeit, sondern verkehrspolitisches Kalkül. Ist normalerweise – sprich bei Bussen, die kurzfristig nach Unfällen eingesetzt werden – mindestens einmal pro Busfahrt der Stoss-Seufzer zu hören: «Der Bus wäre halt schon viel angenehmer als die Bahn», sind die Fahrgäste dieser Tage angesichts der Verspätungen und der vielen Stehplätze in den überfüllten Bussen weit von solcher Lobhudelei entfernt.

Beispiele gefällig? a) Am Montagabend benötigte der Berufspendler von St. Gallen nach Gais runde 15 bis 30 Minuten länger für die Fahrt als üblich, exklusive einer halben Stunde Wartezeit im bereitstehenden Zug von Teufen südwärts. b) Der Fahrstil der Buschauffeure gereicht jedem Rallyefahrer zur Ehre, auf den Stehplätzen jedoch fühlt sich dies eher an wie der Lieblingsdrink von 007 – geschüttelt, nicht gerührt. c) Der Stop-and-go-Verkehr samt minutenlanger Wartezeit vor, bei und nach der Station Lustmühle wiederum macht der Zürcher Rosengartenstrasse alle Ehre.

Das alles ist, wie erwähnt, nicht baubedingt unausweichlich, sondern knallharte Berechnung. Sie zweifeln? Verständlich. Doch glauben Sie mir: Nach einer Woche Busersatz von Teufen nach St. Gallen wird kein einziger Stossverkehrs-Reisender noch ernsthaft das Röttel-Zögli durch die Schöttel-Büssli ersetzen wollen. Genau das aber ist Wasser auf die Mühlen der AB-Spitze, denn bessere Lobbyisten für die Durchmesserlinie (DML) als die Berufspendler gibt es nicht. Und nach der schleichenden Autokolonne am Montagabend – gestaute Busse inklusive – wird auch das Riethüsli-Quartier in dieses Lied mit einstimmen.

In einem Wort: Die Notwendigkeit der DML ist dank dieser Bau-Unordnung endlich und eindeutig belegt. Nur die eine logische und weiterführende Konsequenz dieser Planung fehlt komischerweise noch immer: Die DML 2 in Form des längst überfälligen Gäbris-Tunnels von Gais nach Trogen.

Benno Gämperle, Redaktor Appenzeller Zeitung

Buslinien flexibler

Wann endlich merken auch die andern, sich an Subventionen dumm und dämlich zahlenden Schweizer, St. Galler und insbesondere Appenzeller Stimmbürger, dass die Geld vernichtenden Bahnstrecken nach Appenzell schon längst nicht mehr zeitgemäss sind und zwingend gegen umweltfreundliche, viel schnellere, flexiblere und deutlich kostengünstigere Buslinien ersetzt werden müssen?

Vermutlich erst, wenn die Millionen im Riethüsli-Tunnel für eine dann immer noch unfallträchtige, langsame und nostalgische Überland-Strassenbahn schon verlocht sind und eine Fahrt St. Gallen–Appenzell immer noch 40 Minuten dauert.

André Kellenberger Schneebergstr. 56, 9000 St. Gallen

Frage an den VCS

Im Tagblattartikel wird die Petition als völlig untauglich abgetan. Nun meine Frage: Glauben Sie im Ernst, dass all die vielen Pendler aus dem Appenzellerland auf die Bahn umsteigen? Täglich sehe ich die Kolonnen mit den vielen grossen Autos (Geländewagen!), das sind bestimmt nicht die potentiellen Bahnbenützer. Auch ein Bahntunnel wird der Bevölkerung im Riethüsli nicht die erwünschte Entlastung bringen. Übrigens bin ich Nichtautofahrerin und täglich mit dem Ö.V. unterwegs.
Ursula Weissert, Oberhofstettenstrasse

Ich gratuliere Ihnen

... Nun las ich in der Appenzeller-Zeitung vom 15.5.10 auf der Seite St. Gallen, dass sich der Quartierverein Riethüsli an der Hauptversammlung einstimmig für eine Petition für einen Strassentunnel entschieden hat. Ich gratuliere Ihnen und natürlich allen Einwohnern im Riethüsli für diesen Entscheid. In Teufen erreichte man auch erst mit einer Petition (über 1500 Unterschriften innert 14 Tagen), dass die Zuständigen endlich auf den Boden der Realität gekommen sind und dass sie davon abkommen, mit einer teuren, schlechten Lösung Besseres für die Zukunft völlig zu verbauen. (weiter....  PDF)
Zuschrift von Johannes Enz, Eggli, Teufen

"Nicht ausgereift" Zuschrift vom 26.4.10

Tunnelportal bitte weiter nach Süden

Die Appenzeller Bahnen (AB) wollen im Quartierzentrum des Riethüsli das südliche Portal ihres neuen Tunnels genau bei unserem Haus mit Vorgarten bauen. Weil die Bahn mehr Platz braucht, soll die Hauptstrasse in unseren Vorgarten verlegt werden. In der Altstadt besteht ein Grabenstatut von 1929. Nach ihm müssen die bestehenden Gärten als solche erhalten werden. Warum gilt dies bei uns im Riethüsli nicht?

Wenn jetzt das Portal, wie es der Quartierverein und verschiedene Einsprecher möchten, weiter südlich gebaut wird, ist zwar der Tunnel etwas länger, andere Lösungen wären aber einfacher. Die ganze Übung Durchmesserlinie kostet um die 90 Millionen Franken, da dürfte doch ein um 200 Meter längerer Tunnel nicht die ganze Rechnung durcheinander bringen.

Ich plädiere dafür, das Südportal des neuen AB-Tunnels ausserhalb des Quartierkerns zu bauen und die Vorgärten zu erhalten. Der beste Vorschlag ist aber jener von Herrn Schreier für einen Autotunnel von der Liebegg in die Stadt. Die 14 000 täglich durchs Quartier fahrenden Autos und Lastwagen würden ausserhalb im Tunnel verschwinden und erst bei der Kreuzbleiche entweder zum Vorschein kommen oder aber direkt auf die Autobahn oder die Südspange geleitet werden. Das wäre eine Lösung für die nächsten 100 Jahre!

Louise Weber Teufener Str. 146, 9012 St. Gallen

"Dreckschleuder" stilllegen

(Antwort von Thomas Schmid auf den Leserbeitrag von Egidio Mombelli)

Sehr geehrter Herr Mombelli aus Lugano
Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse am heutigen appenzellischen Autobahnzubringer Teufenerstrasse im Riethüsli. Natürlich hätten Sie Recht mit Ihrem Vorschlag, das Bähnchen über die Liebegg nach St. Gallen HB zu leiten.


Nur ist die Situation nicht so einfach. Ihre Idee wurde vor einigen Jahren leider politisch zerpflückt und  fallengelassen. Wir Riethüsler stehen plötzlich vor dem Problem, dass ein Bahningenieur-Gremium einen Vorschlag ausgearbeitet hat, der bereits finanziell und politisch vom Kanton unterstützt wird, welcher katastrophale Ausmasse für das Quartier und andere Teile St. Gallens hätte. 30 Einsprachen Ihrer ehemaligen Nachbarn, aber auch von der Stadt St. Gallen, beweisen, dass diese Schmalspurplaner das Riethüsli quer durchbohren und verschandeln wollen. Wenn sich das Riethüsli nicht wehrt, wird unser Quartierzentrum zu einer Auffahrtsrampe für das Bahntunnel. Die Kapazitäten einer Panzerpiste (Teufenerstrasse) sollen plötzlich nebst Bauverkehr und Riesengraben jahrelang von unserer gewundenen Quartierstrasse bewältigt werden, ein unmöglicher Vorschlag. Dazu sind jahrelange kilometerlange Staus sämtlicher Verkehrsteilnehmer unbestritten. 


Das, was sich bei Ihnen unten im Tessin anscheinend wie ein Furz anhört, ist in Tat und Wahrheit der Hilferuf Ihres ehemaligen Quartiers. Wir sind sehr froh, dass man uns diesmal bis ins Tessin zu hören scheint. Wie ich Ihnen mitteilen darf, ist die Idee eines kombinierten Tunnels in der Versammlung des Quartiervereins einstimmig angenommen worden. Herr Schreier zeigt mit seiner Initiative auf, dass auch in Teufen keine annehmbare Lösung mit der Bahn zu treffen ist. In der Lustmühle, an der Grenze unseres Quartiers, wartet schon jahrelang die appenzellische Autobahn auf Anschluss an ihre Verbindung zur Autobahn St. Gallen. Im Gerank der Kantone war nie eine politische Lösung absehbar, obwohl schon lange erwünscht. Mit Herrn Schreier gelingt nicht nur der Schulterschluss der Benachteiligten, sondern mit seiner Variante im Appenzellerland und unserer in St. Gallen könnte es endlich gelingen, diesem politischen Grenzgebiet, um das sich die Politik nicht schert,  Gehör zu verschaffen.

Ob die Appenzeller sich für die Bahn oder den Bus entscheiden, da wollen und können wir nicht dreinreden. Aber es ist unser Recht, nötige Massnahmen für unseren Stadtteil zu fordern. Fast jedem Dörfchen mit einem Verkehrsaufkommen von über 10‘000 Durchfahrten wird heute eine Umfahrung bewilligt. Das Riethüsli ist schon heute weit höher belastet. Und da gerade in der Stadt die meisten Menschen unter den Emissionen zu leiden haben, ist es wichtig, dass die Politik das Problem endlich anpackt und eine nachhaltige Gesamtlösung diskutiert, da dies die Bahn anscheinend nicht fertigbringt.   Wenn Sie sich das nächste Mal auf Ihrer Sonnenterrasse in der Sonnenstube des Tessins an uns denken, bedenken Sie, dass sich hier zwischen der Appenzeller und der St. Galler Autobahn mit den Jahren viel verändert hat. Das Tram ins Riethüsli ist übrigens schon lange abgeschafft worden.

Gegen Tramprojekte ist im Flachland nichts einzuwenden. Oberhofstetten, das Sie erwähnen und heute über eine Buslinie verfügt, hätte nie mit Bahn oder Tram erschlossen werden können. Bitte stellen Sie sich vor, wenn Sie das nächste Mal Ihren Liegestuhl benutzen, wie genau an Ihrer gepriesenen Teufenerstrasse 150 die Tunnelausfahrt des Bähnchens zu liegen kommt. Stellen Sie sich also das Gekreisch belasteter Schienen vor, wenn sich das Bähnchen die Rampe hochquält. Stellen Sie sich vor, fast 14 000 Fahrzeuge würden täglich 1,2 Meter östlich Ihres Balkons vorbeibrettern, und auch mit Ihrer Gelassenheit wäre es vorbei. Wenn Sie dann noch bedenken, dass das gegenüberliegende Restaurant, der Lebensmittelladen und wahrscheinlich gar die Poststelle aufgeben müsste, sehen Sie ein, dass von Ihrem Riethüsli der Träume nicht viel übrigbleiben würde.  Und wenn Sie auch einen Moment an Ihre alten Bekannten denken, die leider nicht das Glück haben, über eine Terrasse in der Sonnenstube zu verfügen, sondern sich tagtäglich in einer lebensgefährlichen, gesundheitsbelastenden Einfahrschneise befinden. Emissionen, die mit einem kombinierten Tunnel für den öffentlichen wie auch den privaten Verkehr grösstenteils umgelenkt, abgebaut und herausgefiltert werden können. Und bitte denken Sie auch an unsere Kinder, die mehrmals täglich einen Verkehrsstrom überwinden müssen, gegen den in der ganzen restlichen Schweiz schon längst etwas unternommen wird. Wie  Sie es in Ihrem Schreiben bestätigen: Ihr im Tessin habt diese Umfahrungen schon längst….da kann man ganz wohlgemut nun sogar schon zusätzliche Trämchen fordern, nachdem bei Ihnen im Tessin auch schon Massnahmen gegen die Feinstaubbelastung ergriffen wurden.

Bitte gönnen Sie auch uns etwas: Helfen Sie uns mit, das Riethüsli aus der Aufgabe als Ersatz für ein fehlendes Autobahnstück zu entlassen. Und freuen Sie sich mit uns, wenn wir  mit Herr Schreier einen Verbündeten im Appenzellerland haben, der uns hilft, ein für Appenzeller und St. Galler  vernünftiges Anliegen wie den kombinierten Tunnel durchzusetzen. Anstatt eines nicht durchdachten Bahnprojektes bauen wir mit fast dem gleichen Geld nicht nur einen Bahntunnel , sondern auch denjenigen für den Privatverkehr, sparen damit den Pendlern viel Zeit und der Umwelt viele Abgase ein. Vorsichtige Schätzungen kommen zum Schluss, dass möglicherweise jedes Jahr allein etwa 200‘000 Liter Treibstoff durch eine Direktverbindung gespart werden könnten. Wäre die Teufenerstrasse eine Fabrik, hätte man die Dreckschleuder schon lange gesetzlich sanieren müssen.  Was die von Ihnen angesprochenen Probleme der Gelenkbusse im Winter betrifft: Solche Busse nutzt St. Gallen schon seit vielen Jahrzehnten ohne Probleme.


Ich danke Ihnen für Ihr Interesse am Magazin fürs Nest und hoffe, dass es noch viele Stimmen wie die Ihre gibt, die eine politische Beurteilung der geplanten Verkehrssituation zur Folge hat. Damit die Politik endlich auch merkt, dass die Grenzen der Zumutbarkeit im Riethüsli erreicht sind, und endlich eine bessere Lösung gefunden werden kann, wie Sie sie sogar aus dem fernen Tessin gefunden haben, allein mit einem bisschen Herzblut für uns Riethüsler. Wir hoffen also, unsere Stadtpolitiker beschäftigen sich auch bald mit diesem Thema.

Wenn das Riethüsli so bleiben soll, wie Sie es in Erinnerung haben, also ein Quartier mit Lebensqualität, so unterstützen Sie in diesem Falle den Quartierverein und das Riethüsli, aber bestärken Sie bitte nicht die Bahn in ihrer rücksichtslosen und ignoranten Bauwut. Wenn uns ein von Ihnen so betitelter "Autofreak“ dabei hilft, unser grösstes Problem zu lösen, das wir wie eine tägliche Traufe lärmend, gefährlich und giftig über uns ergehen lassen müssen, dann zollen wir diesem unserem Verbündeten grosse  Achtung, selbst wenn Herr Schreier Freude an Autos hat.   


Thomas Schmid, Redaktor Riethüsli-Magazin fürs Nest

.... da habe ich nicht schlecht gestaunt !

(Zum Artikel Liebegg-Tunnel im Magazin fürs Nest, April 2010)

Als gebürtiger Riethüsler habe ich mir Gedanken gemacht, als wohnte ich noch dort im Quartier. Der Vorschlag von Schreier scheint auf den ersten Blick das Ei des Columbus zu sein, aber wenn man näher hinschaut, ist auch das ein Furz (Furz No. 2). Schreier will eine unterirdische Autobahn mit all den Belastungen für die Umwelt. Hat er sich schon Gedanken gemacht, wie das Tunnel entlüftet wird ? Wahrscheinlich ein Auspuff mitten im Hofstettenquartier.

Dieser Vorschlag  entspricht nicht mehr unseren Zeiten, wo man versucht die elektrifizierten Verkehrsmittel zu fördern. (Beispiel: Vor 30 Jahren wurden überall die Trams durch Autobusse ersetzt, heute denkt man wieder umgekehrt, alle möchten wieder ein Tram, wenigstens ist es so hier in Lugano, da waren die Zürcher und Genfer weitsichtiger). Typisch Autofreak (ex Autopartei). Ein Gelenkbus mit 200 Plätzen kann nicht mit der Bahn konkurrieren ! Dann im Winter, möchte gerne sehen, wie sich so ein Gelenkbus durch den frischen Neuschnee kämpft, bei der Bahn war das nie ein Problem. Die Herbizide für das Bahntrassee sind eine faule Ausrede. Der C02 Ausstoss ist tausendmal schlimmer. Warum kommt denn niemand auf die Idee, die Bahnstrecke von der Liebegg nach St. Gallen HB zu führen ?

Da hätten alle Riethüsler Ruhe während den Bauarbeiten,  Nachteil: der Strassenverkehr würde weiterhin durchs Quartier führen wie jetzt. Ich glaube kaum, dass im Quartier Billigstwohnungen entstehen würden für anspruchslose Ausländer, wenn der Strassenverkehr so bleibt wie er ist. Vergisst nicht, das Riethüsli war schon immer ein wunderbares Wohnquartier, und es soll so bleiben, auch wenn es in der Zwischenzeit gewaltig gewachsen ist !! Und immer gab es Leute in der Politik die entweder schlafen oder, Deutsch gesagt: Seich ablassen und am Volk vorbei regieren !

Mit vielen Grüssen

Egidio Mombelli, Lugano (im Haus Teufenerstr. 150 (3. Stock) geboren)

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